Schritte aus der Sexsucht

Medikamente gibt es kaum. Resultate waren bisher nicht ermutigend.
Ich will einige Schritte aufzeigen, wie ein Betroffener aus dieser Sucht herausfinden kann.

1. Die Sucht eingestehen
Das Eingeständnis, internetsexsüchtig zu sein, ist sehr schwer. Anders als bei anderen Süchten sieht man es dem Sexsüchtigen auch nicht an. Das macht es lange bis lebenslang möglich, unentdeckt zu bleiben. Trotzdem ist der Sexsüchtige nicht glücklich, weil der Kreislauf der kurzfristigen Befriedigung und der Suche nach mehr Sex immer kurzlebiger und weniger schön erlebt wird. Es gibt Kriterien, um den Grad der Abhängigkeit festzuhalten. Die im Anhang aufgeführten Fragestellungen können eine Hilfe sein, für Betroffene und Seelsorger eine Diagnose zu stellen.

2. Eine Entscheidung treffen
Es bedarf der Entscheidung, von dieser Sucht zu lassen. Wenn ein Christ diese Sucht hat, wird er sie als Sünde erkennen und um das Angebot der Vergebung wissen. Er wird nicht stolz auf seine Phantasien sein. Aber auch er wird eine Entscheidung fällen müssen, von dieser Sucht frei werden zu wollen. In Röm. 6,11 steht: „Lasst nicht die Sünde euer Leben beherrschen.“
Es bedarf der Entscheidung, diese Sucht überwinden zu wollen.

3. Den Begleiter in Anspruch nehmen
Aus der Suchttherapie stammt der Satz: „Du bist so krank wie deine Geheimnisse.“
Es kann enorm entlastend sein, mit einer Person des Vertrauens über die Thematik zu reden. Man kann sich gemeinsam über die Hintergründe der Sucht Klarheit verschaffen und Strategien der Veränderung entwerfen. Häufig ist es sinnvoll, dass der Süchtige dem Begleiter Rechenschaft über die Entwicklung seiner Veränderung oder auch über seine Niederlagen ablegt. Die Heilung geschieht in der Regel über einen längeren Zeitraum.


4. Lebenslügen entlarven
In den Gesprächen mit einem Berater werden häufig Lebenslügen deutlich, die verinnerlicht wurden und eine Umkehr erschweren. Die Lebenslügen lauten z. B.:
- Viele Menschen erleben die Sexualität so wie ich und kommen davon nicht weg.
- Sexuelle Bedürfnisse kann man nicht steuern.
- Onanie tut niemandem weh.
- Ein Mann kann nicht anders.
Diese gilt es zu formulieren und durch neue Sätze zu ersetzen.
In der Regel ist es erforderlich, die Lebensgeschichte anzuschauen, um eine neue Sicht der Erlebnisse und eine gründliche Verarbeitung der Verletzungen zu erleben. Dabei wird die Vergebung immer wieder eine wichtige Rolle spielen.

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